Archivnummer

BAS 3746

Most Lisewski (alte Weichselbrücke Dirschau/Tczew)

Bewertung

***

Land:
Polen
Region:
Wojwodschaft Pommern / Województwo pomorskie
Stadt:
Dirschau / Tczew
Lage:
unter der Brücke:
Weichsel / Wisła
Verkehrsweg:
Eisenbahn, Strasse
Brückentyp:
Fachwerkbrücke, Gitterträgerbrücke
Material:
Schmiedeeisen
Baujahr:
1851-1857
Spannweite:
130,88 m
Gesamtlänge:
785,00 m
Breite:
0,00 m
Brückenfläche:
0,00 m
Höhe Fahrbahn:
0,00 m
Pfeilerhöhe:
0,00 m
Status:
ausser Betrieb
Baulastträger:
Baulastnummer:
Details:

erste parrallelgurtige Fachwerkbrücke aus Stahl/Eisen; seit 1891 nur Strassenbrücke (gleich daneben wurde 1890 eine neue Brücke erbaut - BAS 3747); 1910-1912 um 245 m verlängert; 1939 und 1945 gesprengt; drei Felder sind im Originalzustand erhalten

Wikipedia:

Die Weichselbrücke Dirschau wurde im Zuge des Baus der Preußischen Ostbahn von 1851 bis 1857 bei Dirschau über die Weichsel errichtet.

Der Ingenieur Johann Carl Wilhelm Lentze (1801–1883) war federführend bei der Planung der Brücke, die statischen Berechnungen und die Ausführungspläne fertigte der Schweizer Ingenieur Rudolf Eduard Schinz. Grundlage der Konstruktion waren die kurz zuvor erfolgten theoretischen Untersuchungen durch Karl Culmann und Johann Wilhelm Schwedler. Die Pfeilertürme und die Portale der Widerlager gestaltete der Architekt Friedrich August Stüler. Sie gilt als die erste weitgespannte Balkenbrücke auf dem europäischen Kontinent.


Der Brückenüberbau bestand aus sogenannten Gitterträgern, deren Seiten ein engmaschiges Netz von diagonalen Stäben aufweisen. Die Pfeiler sind massiv ausgebildet. Ein Vorbild für die Brücke war die Britanniabrücke in Großbritannien. Das ursprünglich 837,3 m lange Bauwerk wies sechs Öffnungen mit jeweils 130,88 m Stützweite und einer lichten Weite von 121,13 m auf.

Sie erfuhr eine kombinierte Nutzung von Straßenverkehr als auch eingleisigem Schienenverkehr der Preußischen Ostbahn. Dirschau ist ein bis heute wichtiger Eisenbahn-Knotenpunkt, unter anderem für die Verbindungen von Danzig, Warschau und Posen.


Verlängerungen (1912)

Zur Verbreiterung des Durchflussquerschnittes bei Hochwasser wurden die beiden Brücken in den Jahren 1910 bis 1912 mit parallelgurtigen Fachwerkträgern um drei Felder mit jeweils 81,6 m Stützweite verlängert, womit die Brücken eine Gesamtlänge von 1074 m erreichten.

Kriegsschäden, Neubauten

Die Bauwerke wurden im Laufe des Zweiten Weltkriegs zum Teil stark beschädigt. So finden sich heute bei der alten Brücke nur noch in drei Feldern die originalen Gitterträger vor. Sie ist eine der ältesten großen eisernen Kastenbrücke und bildet mit den verbliebenen vier Pfeilertürmen ein technisches Denkmal. In der Nachkriegszeit entstand eine rund 4,5 Kilometer südlich verlaufende neue Brücke für den Straßenverkehr. Die alte Brücke wurde noch als Straßen- und Fußgängerbrücke genutzt. Sie war für PKW bis 2,50 m Höhe und 3,5 t Gesamtgewicht befahrbar und ist seit 2011 für Fahrzeuge und Fußgänger gesperrt. Die Überbauten der Eisenbahnbrücke von 1891 wurden Ende der 1950er-Jahre durch Neubauten ersetzt.

Die Brücke wurde 2004 von der American Society of Civil Engineers in die List of International Historic Civil Engineering Landmarks aufgenommen.



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