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15.08.2019:
Neue Ruhrkanalbrücke in Duisburg: Ein 1.600-Tonnen-Koloss wird bewegt

In der Ruhraue nahe der alten Ruhrkanalbrücke ist in den letzten Monaten Stück für Stück die neue Eisenbahnbrücke aus riesigen Stahlteilen zusammengeschweißt und geschraubt worden. Nun ist es soweit: bis zum 16. August wird die neue Stahlbrücke in die endgültige Position geschoben. Die Endmontage einer Konstruktion dieser Größe ist ungewöhnlich selten und spektakulär. Das liegt daran, dass die neue Eisenbahnbrücke ein echtes Schwergewicht ist: 1.500 Tonnen wiegt die 134 Meter lange über acht Meter breite Stahlkonstruktion, die sich in rund 15 m Höhe über die Ruhr spannen wird. Zunächst wird der Stahlkoloss von selbstangetriebenen mehrachsigen Schwerlasttransportfahrzeugen (SPMT) zum Ruhrdeich verschoben. Von dort erfolgt mithilfe von Schwimmpontons und den Schwerlastern der langsame Verschub über den Ruhrkanal in die Endlage. Das Bauwerk kreuzt den Ruhrkanal, die Landstraße L140 sowie einen Fahrrad- und Fußweg. Während des Brückeneinschubs muss auch die Schifffahrt auf dem Kanal von der Ruhr zum Duisburger Hafen eingestellt werden. Die Stahlkonstruktion der Brücke besteht aus über 100 Einzelteilen, die mit Spezial-, und Schwertransporten in den letzten Wochen und Monaten aus Polen angeliefert wurden. Damit alle Teile genau passen und die Ingenieure auf der Baustelle in der Ruhraue nahe Duisburg bei der Endmontage keine bösen Überraschungen erleben, sind viele Brückenteile in Polen bereits einmal montiert und wieder demontiert worden. Die geprüften Bauteile wurden dann auf der Großbaustelle an der Ruhr endgültig montiert und mit tausenden Schweißnähten verbunden. Die wichtigsten Schweißnähte werden mit Ultraschall und Röntgentechnik auf Herz und Nieren geprüft. Denn die neue Eisenbahnbrücke soll auf jeden Fall die nächsten hundert Jahre in Betrieb sein. Die alte Ruhrkanalbrücke hatte es mit dem ursprünglichen Baujahr 1911 immerhin auf 108 Jahre gebracht. Auch der Stahl wurde deshalb besonders behandelt: Die Beschichtung besteht aus vier Lagen, von denen drei bereits im Werk aufgetragen wurden. Die Deckschicht wird nun direkt vor Ort aufgebracht. Zu Spitzenzeiten haben auf der riesigen Baustelle bis zu 50 Bauarbeiter gearbeitet. Seitlich der alten Brücke hat die DB in den vergangenen Monaten auch neue Widerlager aus Beton für die neue Brücke gebaut. Für jeweils zwei Widerlager und deren Gründung wurden rund 1330m3 Beton benötigt. Zudem wurden 200 Pfähle im Gleisbereich ins Erdreich gebohrt – teilweise bis zu acht Meter tief - 100 Pfähle liegen dabei außerhalb des Gleisbereichs. Sie dienen dazu, die Lasten des Widerlagerverschubs in die tragfähigen Schichten des Bodens zu leiten. Diese Arbeiten wurden bereits abgeschlossen und die Widerlager sind bereits an Ort und Stelle angekommen. Der Mittelpfeiler der alten EÜ wird nicht mehr benötigt und wird im Anschluss der Baumaßnahme zurückgebaut. Die freigewordene Fläche des Pfeilers wird wiederhergestellt und renaturiert. Im Zuge des Neubaus der Ruhrkanalbrücke werden sowohl die Oberleitung auf einer Länge von 500 Metern als auch das Gleis auf einer Länge von etwa 200 Metern erneuert.


Quelle: Deutsche Bahn AG

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