
02.09.2019
© Minerva Vittoria
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Das Viadukt über den Fluss Serra, im Volksmund „Studentenbrücke“ genannt, ist zweifellos eines der größten Bauwerke der gesamten Strecke. Mit einer Höhe von rund 60 Metern an seiner höchsten Stelle und einer Länge von etwa 200 Metern weist es eine bemerkenswerte Steigung von 100 Prozent auf. Es zählt nicht nur zu den größten Bauwerken der FCL-Strecke, sondern auch zu den bedeutendsten in der Geschichte der italienischen Eisenbahninfrastruktur, insbesondere im Schmalspurbereich. Das Schicksal dieser gigantischen Brücke war wahrlich tragisch, da sie mit den Bewegungen des Monte Facito verbunden war, auf dem sich das historische Zentrum von Lagonegro und die Ruinen der alten Burg auf seinem Gipfel befinden.
Der Bau der Brücke begann 1915. Die Konstruktion besteht aus tragenden Mauerwerkspfeilern, die parabolische Stahlbetonbögen stützen. Ein französisches Unternehmen, eines der wenigen hochspezialisierten Firmen jener Zeit, wurde mit dem Bau dieser Bögen beauftragt. Die Brücke besteht aus sechs parabolischen Bögen, die sich entlang eines Gefälles bis zu fünf weiteren Stürzen absenken. Die höchste Seite der Brücke reicht bis zum Eingang des Tunnels auf der Lagonegro-Seite, während die gegenüberliegende Seite, 200 Meter weiter entfernt und mit einem Höhenunterschied von 100 %, die eine Stromschiene mit Strub-Zahnstange erfordert, am Portal eines weiteren Tunnels endet, der allgemein als Tunnel auf der Rivello-Seite bezeichnet wird. Die Brücke wurde am 28. Oktober 1929 eröffnet. Die fortschreitende Verformung der Bögen, insbesondere des zweiten, verursacht durch die starken gravitationsbedingten Bewegungen des Monte Facito, führte am 1. März 1952 zur Einstellung des Bahnverkehrs. Von da an beschränkte sich die Strecke auf den Bahnhof Rivello. Von dort wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen nach Lagonegro eingerichtet, was die Fahrzeiten erheblich verlängerte und das Umsteigen erschwerte. Ohne die direkte Anbindung an Lagonegro und den Bahnhof FS an der Strecke nach Sicignano degli Alburni (Salerno) war die Strecke praktisch „verstümmelt“ und erfüllte nicht mehr ihren ursprünglichen strategischen Zweck. In den 1970er Jahren unterbrach der Einsturz eines Viadukts bei Cassano allo Jonio die kalabrische Seite der Bahnstrecke und damit auch deren Verbindung zum Bahnhof Spezzano Albanese Terme FS. Dies war der endgültige Schlag, und kurz darauf wurde die Strecke vollständig stillgelegt.
Heute steht die Brücke noch immer da, wie das Skelett eines Dinosauriers, der über 60 Jahre lang geschlafen hat; die ersten beiden Bögen sind stark verformt, ein Merkmal, das schon von Weitem sichtbar ist.
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