BAS 95791
Leinakanal-Aquädukt

Der Aquädukt vor der Verlegung der Eisenbahn
14.03.1993
© Harry Vorreiter (Wikiepedia)
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Deutschland
Thüringen
Gotha
ehem. Eisenbahn
Trinkwasserkanal
Bogenbrücke, Bogen unter der Fahrbahn
Ziegel
1847
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in Betrieb
Nach Abschluss eines Staatsvertrages am 20. Dezember 1841 zwischen dem Königreich Preußen, dem Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach und dem Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha wurde mit dem Bau der Thüringer Bahn begonnen. Die geplante Trasse sollte auch den Leinakanal kreuzen. Um ihn nicht zu blockieren, was sein Ende bedeutet hätte, wurde nahe Sundhausen über die Bahnverbindung ein Aquädukt gebaut. Mit Genehmigung des Gesamtprojektes der Thüringer Bahn im Oktober 1844 war auch die Genehmigung für die Errichtung einer Kanalbrücke zur Überführung des Leinakanals am Kilometer 141,923 inbegriffen. Dies ist übrigens die höchste Stelle der Bahn auf dieser Strecke. Die Erdarbeiten begannen 1845. Unmittelbar nachdem der Einschnitt in den Memelberg aus Richtung Gotha hergestellt war, konnte im Frühjahr 1847 mit dem Bau der Kanalbrücke begonnen werden. Der vorherige Verlauf des Kanalbettes befand sich ursprünglich ca. 200 m spitzwinklig zur heutigen Querung in Richtung Fröttstädt. Diese Veränderung der Kanalführung stellt eine der wenigen Abweichungen vom Originalzustand dar.
Es entstand eine dreiteilige Gewölbebrücke, auf der eine Betonwanne für das Wasser des Kanals aufgebracht wurde. Als Baustoffe wurden in der Hauptsache Kalksteine aus einem Bruch bei Teutleben und für filigrane Bauteile Seebergsandstein verarbeitet. Ursprünglich war die eingleisige Betriebsführung vorgesehen. Neben der Brücke entstand eine Blockstelle und 1910 der Bahnhof Leinacanal (so die damalige Schreibweise).
Weitere traditionelle Funktionen des Leinakanals verloren um die Jahrhundertwende schrittweise an Bedeutung. Der Fluss des Wassers konnte durch den Bau der Wasserbrücke erhalten werden, aber die Mühlen verloren an Bedeutung. Im Jahr 1895 wurde die Bergmühle in Gotha abgerissen und an gleicher Stelle Wasserspiele errichtet, die als Gothaer Wasserkunst bezeichnet werden. Diese Wasserspiele wurden lange Zeit durch eine Pumpe, die heute noch funktionstüchtig ist, angetrieben. Diese wurde vom Leinakanal selbst angetrieben und wird zu besonderen Festen auch heute noch aktiviert.
Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es unter dem Mittelbogen des Aquädukts, dessen lichte Breite 7,54 m betrug, zu eng. Mit dem Ausbau der Blockstelle zu einem Kreuzungs- und Überholungsbahnhof wurden im Jahre 1912 die mittleren Stützpfeiler etwas schmaler aufgemauert, um Platz für die zwei Gleise zu gewinnen. (Wikipedia)
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