Die Almetalbahn zwischen Paderborn und Brilon war eine der bedeutendsten Eisenbahnnebenstrecken in Ostwestfalen und dem Hochsauerland. Über 60 Kilometer verband sie die beiden Städte und spielte eine zentrale Rolle für den regionalen Personen- und Güterverkehr. Besonders prägend für die Strecke waren nicht nur ihre Trassenführung durch das malerische Almetal, sondern auch die zahlreichen Brücken und Tunnel, die als technische Meisterleistungen der damaligen Zeit gelten.
Die Almetalbahn: Eine Strecke mit Geschichte
Entstehung und Bedeutung
Die Almetalbahn wurde im späten 19. Jahrhundert als Teil des überregionalen Eisenbahnnetzes geplant und gebaut. Sie verband die Westfälische Eisenbahn (Hamm–Paderborn–Kassel) mit der Oberen Ruhrtalbahn und schuf so eine direkte Verbindung zwischen Paderborn und Brilon. Die Strecke wurde in mehreren Abschnitten eröffnet, der 27 Kilometer lange Abschnitt von Paderborn bis Büren wurde zwischen 1895 und 1898 erbaut. Die feierliche Eröffnung für den Zugverkehr fand am 20.Oktober 1898 statt. Die Weiterführung nach Brilon Wald ging am 01. April 1901 in Betrieb. Besonders wichtig war die Bahn für die Industrie und Landwirtschaft der Region, aber auch für Pendler und Touristen, die das Sauerland und das Paderborner Land verband .
Die Strecke führte durch das Tal der Alme, einen Fluss, der der Bahn ihren Namen gab. Diese topografische Besonderheit machte den Bau der Strecke zu einer ingenieurtechnischen Herausforderung: Zahlreiche Brücken, Tunnel und Einschnitte waren nötig, um das Gelände zu überwinden und eine stabile Trasse zu schaffen.
Betrieb und Stilllegung
Die Almetalbahn war über Jahrzehnte eine wichtige Verkehrsader für die Region. Der Personenverkehr zwischen Büren und Brilon Wald wurde jedoch am 19. September 1974 eingestellt, nur zehn Tage vor der offiziellen Stilllegung. Der Personenverkehr zwischen Paderborn und Büren hielt sich bis zum 31. Mai 1981, während Güter noch letztmalig am 29.12.1995 verladen werden konnten. Nach fünf Jahren Stillstand übernahm die Westfälische Almetalbahn ab 14. März 2001 die Trasse. 2006 wurde die Strecke endgültig stillgelegt und anschließend in weiten Teilen demontiert. Die Brücken und Tunnel blieben jedoch als technische Denkmäler erhalten.
Die Zukunft der Almetalbahn: Reaktivierung als Chance für die Region
In den letzten Jahren gibt es wiederholt Diskussionen über eine Reaktivierung der Almetalbahn. Eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2024 kam zu einem positiven Ergebnis und sieht eine schrittweise
Wiederinbetriebnahme bis 2040 vor . Die Reaktivierung hätte mehrere Vorteile:
Verbesserte Verkehrsanbindung: Eine Bahnverbindung zwischen Paderborn und Brilon würde die Mobilität in der Region deutlich erhöhen und die Abhängigkeit vom Individualverkehr verringern.
Stärkung des Umweltverbunds: Die Bahn wäre eine umweltfreundliche Alternative zu Auto und Bus und würde die CO₂-Bilanz der Region verbessern.
Wirtschaftliche Impulse: Eine reaktivierte Strecke könnte neue Investitionen in die Region bringen und die touristische Attraktivität erhöhen.
Erhalt der Brücken als technisches Kulturgut: Die Almetalbrücke und andere Bauwerke der Strecke würden nicht nur als historische Denkmäler erhalten, sondern auch als aktive Infrastruktur genutzt .
Die Diskussion um die Reaktivierung zeigt, wie wichtig die Almetalbahn und ihre Brücken für die regionale Identität und Entwicklung sind. Sie wäre nicht nur ein Verkehrsprojekt, sondern auch ein Symbol für den Fortschritt und die Nachhaltigkeit der Region .












