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07.06.2007:
B 27 - Erneuerung der Neckarbrücke Lauffen: Umleitungskonzeption wird den Kommunen und Bürgern vorgestellt

Die Ende des Jahres dringend erforderliche Erneuerung der Neckarbrücke in Lauffen im Zuge der B 27 hat eine langfristigen Umleitung des Verkehrs zur Folge. Erste Informationsgespräche mit den betroffenen Bürgermeisterämtern und Straßenverkehrsbehörden wurden in den letzten Wochen geführt. Jetzt soll die Planung der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Den Anfang macht eine öffentliche Gemeinderatssitzung am 26. Januar in Nordheim. Am 12. Februar stehen die Vertreter des Regierungspräsidiums sowie die Fachleute der beteiligten Ingenieurbüros den Bürgerinnen und Bürgern in Heilbronn-Klingenberg Rede und Antwort.

Wegen den zu erwartenden Problemen im Straßennetz rund um Lauffen während der etwa ein Jahr andauernden Vollsperrung der B 27 im Bereich der Neckarquerung hat das Regierungspräsidium ein renommiertes Ingenieurbüro mit der Erstellung eines Verkehrsumleitungskonzeptes beauftragt. Die rund 20.000 Fahrzeuge pro Tag im Zuge der Bundesstraße werden das benachbarte Straßennetz belasten. Das Ergebnis dieser Untersuchung sowie die möglichen Bauverfahren für die Brücke wurden den betroffenen Kommunen und Behörden erstmals am 08. November letzten Jahres im Dienstsitz Heilbronn vorgestellt. Dabei wurde verdeutlicht, dass ein Neubau der aus dem Jahre 1951 stammenden Brücke über den Neckar unabweisbar notwendig ist und nicht mehr länger hinausgeschoben werden kann. Die unzulänglichen Absturzsicherungen am Rande der Fahrbahn und der schlechte Zustand insbesondere der Wehrbrücke, die unmittelbar neben der B 27-Brücke liegt und bereits 1937 erbaut wurde, sind hier maßgebend.
Für den Neubau der Neckarbrücke hat das Regierungspräsidium verschiedene denkbare Bauverfahren untersucht und gegenübergestellt, vor allem vor dem Hintergrund einer möglichst kurzen Bauzeit. Diese Untersuchungen reichten von einer Herstellung der neuen Brücke neben der alten, um sie dann nach Abbruch der alten Brücke an deren Stelle zu verschieben, über eine abschnittsweise Herstellung bis hin zu provisorischen Behelfsumleitungen. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten, der nah angrenzenden Bebauung und wegen erheblichen Problemen bei Arbeiten im Neckar hat man sich schließlich für eine Herstellung des Überbaus auf einer Stützkonstruktion entschieden.

Die Planung sieht vor, den Überbau der Neckarbrücke sowie des Wehrsteges komplett abzubrechen und diese durch eine neue gemeinsame Überbaukonstruktion zu ersetzen. Gleichzeitig sollen die im südlichen Abschnitt angrenzenden Stützwände und die Brücke über die Neckarstraße abgebrochen werden. Für diese Bauwerke ist eine Vorlandbrücke vorgesehen. Außerdem wird eine neue Geh- und Radwegverbindung zwischen den Neckarufern geschaffen sowie der nördliche Straßenabschnitt der B 27 erneuert. Für diese Maßnahme muss die Brücke voll gesperrt werden.

Die wesentlichen Vorteile beim Neubau gegenüber einer Brückeninstandsetzung liegen laut Regierungspräsidium darin, dass alle Bauwerke nach den heutigen Vorschriften dann uneingeschränkt tragfähig sind und dass die Schutzeinrichtungen dem heutigen Stand der Technik entsprechen. Außerdem kann durch die vorgesehene Verbreiterung der Fahrbahn von 7,0 m auf 8,0 m und einer verbesserten Entwässerung der Fahrbahnfläche die Verkehrssicherheit weiter erhöht werden.

Die Untersuchung des Straßennetzes hinsichtlich des Umleitungsverkehrs hat gezeigt, dass keine gleichwertigen Ausweichrouten zur B 27 existieren. Daher muss mit erheblichen Zusatzbelastungen auf den möglichen Umleitungsstrecken gerechnet werden. Aufgrund der Netzstruktur und den vorhandenen Neckarquerungen bieten sich laut Gutachter Umleitungsrouten westlich und östlich von Lauffen an. Vom Umleitungsverkehr werden demnach verschiedene Landes- und Kreisstraßen mit mehreren Ortsdurchfahrten betroffen sein. Dies sind vor allem die Ortsdurchfahrten von Heilbronn-Klingenberg (L 1106), Nordheim (L 1105), Lauffen am Neckar (L 1103) und Neckarwestheim (K 2081).
Als besonders problematisch stellen sich die Ortsdurchfahrten von Heilbronn-Klingenberg und Neckarwestheim dar. Die L 1106 in Heilbronn-Klingenberg ist mit rund 13.000 Fahrzeugen täglich schon heute stark vom Verkehr belastet. Aufgrund der Vollsperrung der B 27 wird sich dieser nochmals um etwa die Hälfte erhöhen. In der rückgebauten Ortsdurchfahrt von Neckarwestheim (K 2081) wird das Verkehrsaufkommen durch die Umleitungsstrecke von rund 4.500 auf 11.500 Fahrzeuge zunehmen. Gerade deshalb ist das Regierungspräsidium bemüht, zusammen mit den Kommunen zumutbare Konzepte zu finden. Hierzu gehört auch, dass der weiträumige Verkehr, insbesondere der Schwerlastverkehr, ab Besigheim über die L 1115 zur Anschlussstelle Mundelsheim und von dort über die A 81 bis zur Anschlussstelle Untergruppenbach und dann über die L 1111 nach Heilbronn umgeleitet wird. Außerdem soll die Route durch Neckarwestheim für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt werden. Durch diese beiden Maßnahmen können die vorgenannten hohen Belastungen nochmals reduziert werden.

Ein Zuwarten, bis eventuelle Netzergänzungen gebaut sind, von denen man sich vor Ort Entlastungen an den neuralgischen Punkten im Zuge der Umleitungsstrecken erhofft, ist nach Auffassung des Regierungspräsidiums nicht möglich. Der insbesondere von der Stadt Lauffen geforderte vorgezogene Bau der Nordumfahrung Lauffen (L 1105) muss angesichts der benötigten Zeitspanne und der nach wie vor angespannten Haushaltslage als unrealistisch abgelehnt werden. Die Planung, das notwendige Planfeststellungsverfahren und der Bau dieser auf rund 15 Mio. € geschätzten Maßnahme beanspruchen rund 6 bis 7 Jahre.

Der Leiter der Abteilung Straßenwesen im Regierungspräsidium Stuttgart, Abteilungsdirektor Jürgen Wecker, versicherte, dass das zuständige Baureferat Nord bestrebt ist, die Bauzeit weiter zu optimieren und zu verkürzen. Auch soll auf die Wünsche und Forderungen der Kommunen sowie deren Bürgerinnen und Bürger so weit wie möglich eingegangen werden. Wecker weiter: „Wir wollen die anstehenden Probleme mit den Städten und Gemeinden gemeinsam lösen. Wir erwarten, dass die Diskussionen sachlich und konstruktiv geführt werden, um zu praktikablen und zumutbaren Lösungen für alle zu kommen.“

Quelle: Regierungspräsident Stuttgart

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