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19.11.2007:
Staatssekretär Großmann: Rheinquerung bei Wesel wird für wirksame Entlastung

Wesel (straßen.nrw). Von einer wirksamen Entlastung der Ortschaften Wesel und Büderich durch den Neubau der Rheinquerung im Verlauf der B58 zeigte sich Achim Großmann, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, am Montag (19.11.) bei einer Baustellenbesichtigung überzeugt. "Die alte Brücke, nach dem Wiederaufbau 1953 ja nur als Behelf gedacht, ist mit aktuell täglich 27.000 Fahrzeugen überfordert", sagte Großmann. "Für 2015 rechnen wir sogar mit 36.000 Fahrzeugen, und diese Menge bewältigen wir nur mit der neuen vierspurigen Brücke", fügte Großmann hinzu. Allerdings müssten dafür auch noch die 4,5 Kilometer lange Ortsumgehung von Büderich und die 3,7 Kilometer lange Südumgehung von Wesel zügig realisiert werden.

Großmann hatte sich für seinen Besuch einen guten Zeitpunkt ausgedacht. Die erste Seilgruppe steht vor der abschließenden Montage, zudem beginnt Straßen.NRW in diesen Tagen damit, die ersten Meter Brücke über den Rhein zu bauen. Stolz zeigten sich Großmann und seine Gastgeber Ekhart Maatz, Abteilungsleiter im Verkehrsministerium von Nordrhein-Westfalen, und Harald-Friedrich Austmeyer, Geschäftsführer von Straßen.NRW, während des Besuchs über die Einmaligkeit der Brücke, die sie nach ihrer Fertigstellung 2009 auszeichnen wird: Weil sie vier Fahrspuren tragen muss über eine Länge von mehr als 770 Metern mit einer Öffnung über dem Rhein von 335 Metern, werden für die Abspannung der "Strombrücke" am 130 Meter hohen Pylon 700 Tonnen so genannte Litzenbündel benötigt. Nach der kürzlich eröffneten neuen Rügen-Brücke ist die Brücke bei Wesel erst die zweite in Deutschland, die von Litzenbündeln gehalten werden wird.

Die Litzenbündel der Brücke nach Rügen wiegen "nur" 150 Tonnen. Ein Litzenbündel besteht aus 55 einzelnen Litzen die in ein Kunststoffhüllrohr eingezogen sind. Eine Litze wiederum sind sieben miteinander verflochtene Drähte mit einem Kunststoffmantel. Vorteil: Durch die Ummantelung mit Kunststoff sparen die Straßenbauer sich das Anstreichen der Drähte und damit einen aufwändigen Korrosionsschutz. Zudem können die Bündel schneller montiert werden.

2005 wurde symbolisch der erste Rammschlag für die neue Rheinbrücke ebenfalls von Staatssekretär Großmann ausgelöst. 2009 soll die "Niederrhein-Brücke" fertig sein. Zur vollständigen Entlastung der Orte Büderich und Wesel fehlen dann noch die Ortsumgehung von Büderich (Kosten: 18 Millionen Euro) und die Südumgehung von Wesel (65 Millionen Euro). Der Bau der Brücke ist mit 55,6 Millionen Euro kalkuliert, 30,6 Millionen Euro kommen aus dem Etat des Bundesverkehrsministeriums. Die alte Rheinbrücke bei Wesel wird abgebrochen, wenn die neue fertig ist.

Quelle: Strassen.NRW

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