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18.12.2008:
Brückenbauwerk Wolfsburger Landstraße - Hafenstraße

Die größte Straßenbaustelle in Wolfsburg war 2008 die Nordumgehung Fallersleben. Unmittelbar nach der Grunderneuerung des Bahnüberganges auf der Hafenstraße im Frühjahr 2008 begann die Grunderneuerung der Hafenstraße mit halbseitiger Fahrbahnsperrung bis Oktober 2008. Für den Straßenausbau, der u.a. eine Verbreiterung der Fahrbahn, sowie den Bau von Parkplätzen auf der Südseite und einen Neubau eines Rad- und Gehweges beinhaltet, sind rund 1,8 Millionen Euro in 2008 veranschlagt. Im Zuge der Baumaßnahmen wurden die kompletten Regen- und Schmutzwasserkanäle neu verlegt, bzw. teilweise erneuert. Gesamtkosten 420.000 Euro. Die Arbeiten an diesem Großprojekt dauerten das gesamte Jahr 2008 an. Parallel dazu hat der Bau der Brücke über die Bahnstrecke begonnen. Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan. Im Zuge er geplanten Nordumgehung Sülfeld – Fallersleben wird mit der Brücke Hafenstraße/Wolfsburger Landstraße die Bahntrasse Hannover – Berlin und weitere Nebengleise (insgesamt acht Gleise) überführen. Die Kreisstraße (K 115) und die Gewerbeanbindung Westerlinge werden mit überbrückt.

Bauwerksbeschreibung

Es entsteht ein Bauwerk mit drei Feldern. Der nördliche Mittelpfeiler befindet sich zwischen den Bahngleisen. Der Überbau ist als Stahlverbundträger konstruiert, d.h., es wird eine Stahlbetonplatte auf Stahlhauptträgern errichtet, die untereinander verdübelt sind. Die Fahrbahn hat eine breite von sieben bis acht Meter. Auf der Ostseite der Brücke wird ein kombinierter Geh-/Radweg mit 2,50 Meter Breite auf der Brücke entstehen.

Als Einfahrttor in die Stadt Wolfsburg wird die Brücke besonders gestaltet. Wesentliches Gestaltungsmerkmal sind die sechzehn jeweils acht Meter hohen Beleuchtungsstelen sowie ein durchgehendes Brüstungselement, welches gleichzeitig als Berührungsschutz zur Bahnoberleitung dient.

Die Brüstung besteht aus einer Glas-/Stahlkonstruktion. Die Glasscheibe, die mit horizontalen Siebdruckstreifen versehen ist, befindet sich an der Wandoberseite. In die Metallbrüstung wird eine linienförmige Beleuchtung zur akzentuierenden Anleuchtung der Glasscheibe von unten integriert. Der Beginn und das Ende der beiden Brüstungselemente werden jeweils durch eine gleich hohe Betonscheibe mit integrierter Beleuchtung markiert. Im Bauwerksbereich werden die Brüstungselemente bis in die anschließenden Anschlussdammbereiche verlängert. Die Verkehrsflächenbeleuchtung erfolgt von den Stelenauslegern aus. Als weitere Akzentuierung werden die außenseitigen Stelenflächen aus dem rückseitigen Stelenausleger heraus beleuchtet.

Bauverfahrensschritte und wesentlich Bauphasen

Im Jahre 2008 sind folgende Bauleistungen erbracht wurden: Die stillgelegten Gleise auf der Südseite wurden zurückgebaut und die Baustraße zum Pfeiler Nord über den Betriebsweg des Mittellandkanals hergestellt; die Spundwände für die Pfeilerfundamente neben den Gleisen eingebaut. Der Stahlbetonmittelpfeiler, die Widerlager auf der Nord- und Südseite und die Straßendämme wurden errichtet. Die Stahlkonstruktion ist in einer Stahlbauwerkstatt vorgefertigt und in der Lackiererei wurde auf den Stahlbauteile Korrosionsschutz angebracht.

Witterungsbedingt werden die Arbeiten im Jahre 2009 weitergeführt: Im Januar und Februar werden die Hilfsstützen nördlich und südlich der Gleise eingebaut. Es erfolgt der Transport der vorgefertigten Stahlgroßteile (bis. 20 Meter Länge) zur Baustelle und der Einbau eines Schutzgerüstes für die Herstellung des Überhauses. Bei diesen Arbeiten dürfen keine Baumaterialien auf die Gleise gelange. Die Monteure sind durch eine dichte Bodenplatte und dichte Wände vor den gefahren des Bahnstroms geschützt. Wegen der Höhe des Schutzgerüstes und des Arbeitsraums wird die Überbau ca. zwei Meter höher als in der Endlage hergestellt und später abgesenkt. Die Stahlhauptträger werden dann auf die Pfeiler und Hilfsstützen aufgelegt und die vorgefertigten Stahlteile zu einem Durchlaufsystem zusammengeschweißt. In den Monaten März und April 2009 erfolgt die Herstellung der Betonfahrbahnplatte. Sie wird in drei Betonierabschnitten hergestellt und auf die vorgefertigten Stahlträge aufgelegt. Der Einbau der Leuchtstelen und der Stahl- und Glasbrüstung wird im Mai und Juni erledigt. Im August und September des nächsten Jahres werden die Schutzgerüste und die Hilfsstützen komplett abgebaut. Das überhaus wird auf die endgültige Höhe abgesenkt. Die Restarbeiten sollen, soweit alles nach Plan läuft, im September 2009 erledigt werden: Die Brüstung auf den Anschlussdämmen wird komplettiert, Die Asphaltdecke wird eingebaut und die Beleuchtung wird installiert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 5,2 Millionen Euro. Fertigstellungstermin der Brücke ist September 2009. Die Anbindung an die Wolfsburger Landstraße/ Heinrich-Nordhoff-Straße ist für die Sommermonate 2009 geplant. Voraussichtlich im März 2010 kann nach erfolgten Restarbeiten (Begrünung, Beschilderung usw.) mit einer endgültigen Fertigstellung gerechnet werden.

Absprachen mit der DB Bahn

Alle Arbeiten im Gefahrenbereich der Gleise werden bei gesperrten Gleisen und abgeschalteter Oberleitung ausgeführt. Die Nebengleise können, soweit erforderlich, an allen Wochenenden gesperrt werden. Da es sich um VW-Anschluss- und Rangiergleise handelt. Für die ICE-Gleise sind bereits mit der DB Bahn nächtliche Sperrpausen an Wochenenden im Januar und Februar 2009 minutengenau festgelegt wurden. Die Sperrungen sind nur möglich, da zu diesen Zeiten kein ICE-Verkehr stattfindet. Nachtzüge werden umgeleitet. Um dies in der bahninternen Koordination berücksichtigen zu können, mussten diese Sperrzeiten minutengenau bereits eineinhalb Jahre vorher von der Stadt bei der DB Bahn angemeldet werden.

Zur Vorgeschichte

Die Zielsetzung der Umgehungsstraße ist es, die Wolfsburger Ortsteile Fallersleben und Sülfeld vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Der für den Bau erforderliche Planungsbeschluss für das Gesamtprojekt ''Kommunale Entlastungsstraße'' erfolgte am 20. März 1996, der offizielle Spatenstich am 15. November 2001. Die gesamte Straße verläuft von der Landesstraße 321, westlich von Sülfeld, zur Landesstraße 295, entlang des Mittellandkanals auf der Trasse der "Hafenstraße" (Fallersleben), als Querung über die ICE-Trasse, bis zum Anschluss an die Landesstraße 321, der "Wolfsburger Landstraße" in Fallersleben. Für die Nordumgehung Fallersleben/Sülfeld ist ein Gesamtkostenrahmen von rund 26,75 Millionen Euro für alle drei Bauabschnitte vorgesehen.

Quelle: Stadt Wolfsburg

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