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12.08.2005:
Das Kleeblatt direkt überwinden - "Überwurf" von der A43 zur A1 für den Verkehr freigegeben

Münster (straßen.nrw). Autofahrer, die über die A43 nach Münster kommen und in Richtung Bremen auf die A1 wollen, brauchen sich künftig nicht mehr durch das "Kleeblatt" quälen. Der neue "Überwurf" zwischen den beiden Autobahnen, die direkte Verbindung von der A43 zur A1, wurde heute (12.8.) für den Verkehr freigegeben. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Achim Großmann, NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke und Straßen.NRW-Direktor Henning Klare beendeten damit offiziell die drei Jahre dauernden Arbeiten an dem 15 Millionen Euro teuren Bauwerk.

"Die Verbesserung der Leistungsfähigkeit dieses Knotenpunktes war dringend erforderlich", hob NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke hervor. "Wir haben in NRW zwar eines der besten Verkehrssysteme im internationalen Vergleich, wir müssen uns aber auch anstrengen, dass das so bleibt", fügte Wittke hinzu. Das Beispiel des Überwurfes im Kreuz Münster-Süd zeige, dass einfache Standardlösungen nicht mehr ausreichten sondern maßgeschneiderte Lösungen nötig seien: "So kann die Funktion dieser wichtigen Nord-Süd-Verkehrsachse aufrechterhalten werden."

"Die alte Verkehrsführung konnte die insgesamt 77.000 Fahrzeuge auf der A1 und 58.000 Fahrzeuge auf der A43 nicht mehr bewältigen. Im Schnitt wollen allein 12.500 Fahrzeuge von der A43 in Richtung Bremen weiterfahren, das hat teilweise in Richtung Süden zu Rückstaus bis Senden geführt", erläuterte Straßen.NRW-Direktor Henning Klare die Gründe für die Maßnahme. Auf dem "Überwurf" überwindet der Verkehr 15 Meter Höhenunterschied und wird künftig zweispurig über das gesamte Autobahnkreuz Münster-Süd geführt; der restliche Verkehr wird nicht mehr berührt.

Die Baumaßnahme hatte auch Folgen für die umliegenden Bereiche. Zwei Bahnlinien, ein Wirtschaftsweg und die Landesstraße 551 (Weseler Straße) mussten überwunden werden.

Auch der Verkehr in die umgekehrte Richtung (von Bremen kommend in Richtung Recklinghausen/ täglich im Schnitt 14.500 Fahrzeuge) fließt nur über zwei Spuren mit Standstreifen.

412 Meter und ein Steigung von 3,5 Prozent bei einem Radius von 340 Metern misst der "Überwurf". Er wurde im so genannten Taktschiebeverfahren in einer "Feldfabrik" neben der Autobahn Stück für Stück gebaut (16 "Takte") und über das Autobahnkreuz geschoben. Auf diese Weise konnte der Verkehr im Autobahnkreuz ungehindert weiter fließen. Die kurze Gesamtbauzeit erreichte der Landesbetrieb Straßenbau durch eine Sechs-Tage-Woche.

Die parallelen Arbeiten am sechsstreifigen Ausbau der A1 sollen bis Ende des Jahres in diesem Bereich abgeschlossen werden. Eine neue 2.880 Meter lange und fünf Meter hohe Wand schützt die näheren Anwohner vor Lärm. Insgesamt kostet der Umbau des Autobahnkreuzes Münster-Süd 30 Millionen Euro. 37 Hektar in der näheren Umgebung der Baustelle wurden als so genannte Ausgleichsflächen ausgewiesen. Biotope wurden angelegt und heimische Hecken und Gehölze (Eichen, Buchen, Vogelkirsche) gepflanzt. Die Wasserqualität der Aa, des Meckelbaches und des Kannenbaches konnten verbessert werden, die Uferbereiche wurden neu gestaltet und teilweise verbreitert.

Quelle: Strassen.NRW

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