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13.07.2006:
Neues Brückensegment erfolgreich in Wiehltalbrücke eingehoben

Köln (straßen.nrw). "Passt, wackelt und hat Luft", das ist das vorläufige Fazit von Bauleiter Jürgen Hermanns heute morgen (Donnerstag, 13. Juli) auf der Wiehltalbrücke. Um 6 Uhr in der Frühe hatten die Bauarbeiter damit begonnen, ein 160 Tonnen schweres und 20 x 31 Meter großes neues Brückensegment in die Lücke der Autobahn 4 zu hieven.

Jetzt sind die Schlosser gefragt, das neue Teil rundum zu verschweißen. Ein paar Wochen werden sie benötigen, um das neue Stück mit der übrigen Brücke kraftschlüssig zu verbinden. Wie Jürgen Hermanns, stellvertretender Leiter der Straßen.NRW-Niederlassung Köln, vor Ort sagte, wird es solange noch dauern, bis die Straßenbauer wissen, ob "das Wunder von Weiershagen" wirklich dauerhaft hält. Erst wenn die letzte Schweißnaht geröntgt und geprüft ist, wird man nämlich sagen können, ob das Bauwerk nachhaltig repariert ist.

Seit Wochenanfang klaffte hier auf der Wiehltalbrücke ein ebenfalls 20 x 31 Meter großes Loch. Auf voller Breite fehlten 20 Meter in der Brücke. Das vom vermutlich teuersten Verkehrsunfall in der Geschichte der Bundesrepublik verbeulte Brückenstück war in den letzten Woche Stück für Stück herausgeschweißt worden.

Unter der Brücke war unterdessen in den letzten Wochen aus elf Einzelteilen das neue Segment der Wiehltalbrücke zusammengeschweißt worden. Zwei eigens errichtete Hilfsstützen sorgen dafür, dass die unterbrochene Konstruktion der Wiehltalbrücke nicht zusammenstürzt. Mit vier Stahlseilen wurde das Ersatzteil heute etappenweise in die Höhe gezogen. Nun kann es ausgerichtet und zu¬nächst mit dem Olpener und dann mit dem Kölner Brückenteil verschweißt werden.

Mit dem Verfahren, aus einer bestehenden Stahlbrücke ein komplettes Segment herauszutrennen und durch ein neues zu ersetzen, betreten die Straßenbauer Neuland. Die Methode ist im Schiffsbau bei der Vergrößerung von Schiffen bekannt, im Brückenbau aber bislang unerprobt.

Allein dieser Schritt der Reparatur kostet 3,5 Millionen Euro. Dazu kommen die Arbeiten für das provisorische Richten der Brücke, die einige Wochen nach dem Unfall mit eingeschränkten Fahrspuren wieder freigegeben werden konnte. Unmengen Kubikmeter verseuchten Erdreichs, die entsorgt werden mussten, Schäden auf den Umleitungsstrecken, Kosten für Gutachter und Ingenieure, die Folgekosten des Unfalls sind immens. Bis die Versicherung die endgültige Schadenshöhe beziffern kann, wird es wohl noch geraume Zeit dauern.

Quelle: Strassen.NRW

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